Siebenschläfer vertreiben
Vom Dachboden loswerden – legal & dauerhaft
Es poltert nachts auf dem Dachboden, Sie hören Kratzen und Nagen – klassische Anzeichen für einen Siebenschläfer. Das niedliche Tier ist leider geschützt und darf nicht einfach gefangen oder getötet werden. Wir zeigen Ihnen, was erlaubt ist und wie Sie ihn dauerhaft loswerden.
Wichtig: Siebenschläfer sind geschützt!
Das Töten von Siebenschläfern ist nach § 44 BNatSchG verboten und kann mit bis zu 50.000 € Bußgeld bestraft werden. Lebendfallen sind in manchen Bundesländern erlaubnispflichtig. Kontaktieren Sie immer zunächst Ihre Untere Naturschutzbehörde oder einen Fachmann.
1. Siebenschläfer erkennen
Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein eichhörnchenähnliches Nagetier mit buschigem Schwanz. Er wird 13–19 cm groß (ohne Schwanz), hat grau-braunes Fell und ist an den weißlichen Augenringen leicht zu erkennen. Sein Name kommt von seinem langen Winterschlaf – bis zu 7 Monate!
In Deutschland hat der Siebenschläfer zwei Kernlebensräume: natürliche Wälder – und leider auch Dachböden und Zwischendecken in Häusern, besonders in waldnahen Wohngebieten.
🔍 So erkennen Sie Siebenschläfer-Befall:
Geräusche
Lautes Poltern, Kratzen & Quieken nachts (aktiv 22-4 Uhr)
Kot
Kleine, dunkle Kotpillen (5-7mm), oft in Gruppen
Nagespuren
Abgenagtes Holz, angeknabberte Kabel oder Dämmwollen
Nest
Rundes Nest aus Pflanzenmaterial in Ecken oder Hohlräumen
Aktive Phase: Mai–Oktober. Besonders laut: Juli–August (Jungtiere). Ab Oktober Winterschlaf – dann ist Ruhe, aber die Probleme bleiben bis zum nächsten Frühjahr, wenn er wiederkommt!
2. Welche Schäden verursachen Siebenschläfer?
Kabelschäden = Brandgefahr!
Hohes RisikoSiebenschläfer nagen gerne an Elektrokabeln. Das kann zu Kurzschlüssen und im schlimmsten Fall zu einem Hausbrand führen.
Dämmung zerstört
Hohes RisikoSie zerstören Glaswolle und andere Dämmmaterialien für ihr Nest – oft tausendefach Euro Schaden.
Wasserschäden
Nagen sie an Wasserleitungen, können teure Leckagen entstehen.
Hygiene & Krankheiten
Kot und Urin können Bakterien und Pilze begünstigen. Siebenschläfer können (selten) FSME übertragen.
🔥 Kabelnagen ist die häufigste Ursache für Dachstuhlbrände durch Siebenschläfer! Lassen Sie angeknabberte Kabel sofort vom Elektriker prüfen.
3. Rechtslage: Was darf ich?
Der Siebenschläfer ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG eine „besonders geschützte Art“. Das bedeutet konkret:
❌ Verboten
- • Siebenschläfer töten
- • Fallen mit Verletzungsrisiko aufstellen
- • Nester mit Jungtieren zerstören
- • Tier in fremdem Gebiet aussetzen
✅ Erlaubt
- • Lebendfallen (in den meisten Bundesländern)
- • Vergrämungsmaßnahmen (Ultraschall, Licht)
- • Zugänge sperren (außerhalb der Aktivphase)
- • Professionelle Vergrämung beauftragen
Tipp: Informieren Sie Ihre Untere Naturschutzbehörde (beim Landkreis oder kreisfreien Stadt). In manchen Bundesländern genehmigen die sogar spezielle Ausnahmen für Gebäudeschutz, wenn erhebliche Sachschäden drohen.
4. So vertreiben Sie den Siebenschläfer – Schritt für Schritt
Phase 1: Vergrämung (Mai–August)
Lärm & Licht
Ein altes Radio (Sprache, nicht Musik) und eine helle Lampe dauerhaft im Dachboden anschalten. Siebenschläfer meiden Lärm und Licht.
Ultraschall-Gerät
Batterie- oder strombetriebene Ultraschallgeräte stören Siebenschläfer. Alle 2–3 Wochen umstellen, sonst Gewöhnung.
Gerüche
Hirschtalg, Mottenkugeln (Naphthalin) oder Pfefferminzöl auf Tücher – wirkt kurzfristig als Vertreibungsmittel.
Lebendfalle
Mit Nüssen oder Obst bestückte Lebendfallen aufstellen. Tier täglich prüfen und max. 300m entfernt freilassen.
Phase 2: Zugänge sperren (Oktober–April)
Sobald das Tier vertrieben oder im Winterschlaf anderswo ist, müssen alle Zugänge dauerhaft gesperrt werden – sonst kommt er beim nächsten Frühjahr wieder!
- Alle Öffnungen ab 2 cm Durchmesser schließen (Siebenschläfer passen durch Münzgroße Löcher)
- Lüftungsöffnungen mit engmaschigem Drahtgitter (max. 10mm Maschenweite) sichern
- Dachpfannen und Firstpfannen auf Lücken prüfen
- Kabelkanäle und Rohrdurchbrüche verschließen
Wichtig: Niemals tagsüber im Juli/August sperren – es könnten Jungtiere eingeschlossen sein. Mit dem Sperren im Oktober anfangen.
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5. Wann zum Profi?
Ein IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer sollte sofort hinzugezogen werden, wenn:
6. Siebenschläfer vorbeugen
Haus abdichten
Alle Öffnungen ab 2cm regelmäßig kontrollieren und schließen. Besonders nach Sturm oder Dacharbeiten.
Äste abschneiden
Baumäste, die das Dach berühren, sind die Haupteinflugsbahn. Abstand min. 2m zum Dach halten.
Lüftung sichern
Alle Dachboden-Lüftungsöffnungen mit engmaschigem Drahtgitter (10mm) dauerhaft absichern.
Früh erkennen
Dachboden jährlich im Frühjahr kontrollieren. Kleine Kotspuren zeigen frühzeitig neuen Befall.
7. Was kostet die Siebenschläfer-Vergrämung?
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Erstinspektion + Beratung | Kostenlos |
| Vergrämung (1 Tier) | Auf Anfrage |
| Vergrämung + Zugangssperrung | 150–350 € |
| Gebäudeabdichtung (komplex) | 250–600 € |
| Kabelinspektion Elektriker | Separat – empfohlen! |
| Nachkontrolle | Inklusive |
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Häufige Fragen zum Siebenschläfer
Wann ist der Siebenschläfer aktiv?
Darf man Siebenschläfer fangen?
Was kostet die professionelle Siebenschläfer-Vergrämung?
Hilft Ultraschall gegen Siebenschläfer?
Können Siebenschläfer Schäden verursachen?
Wie lange dauert es, einen Siebenschläfer zu vertreiben?
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