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🕷️Insekten

Spinnen im Haus im Herbst – Warum sie kommen & was wirklich hilft

Sobald die Tage im Herbst kürzer und die Nächte kühler werden, machen viele Hausbesitzer eine unliebsame Entdeckung: Plötzlich scheinen sich überall im Haus Spinnen aufzuhalten. Besonders die großen Winkelspinnen flößen vielen Menschen Angst ein. Doch warum zieht es die Achtbeiner gerade jetzt in unsere Wohnräume und was kann man dagegen tun?

📅 Aktualisiert: April 2026✅ Geprüft von IHK-Sachkundigen
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1. Warum kommen Spinnen im Herbst ins Haus?

Das vermehrte Auftreten von Spinnen im Herbst hat vor allem zwei Gründe: Die Paarungszeit und die sinkenden Temperaturen. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Mythos kommen die meisten Spinnen, die wir im Haus sehen, gar nicht zwingend von draußen. Viele leben ganzjährig verborgen in unseren Häusern – etwa in Zwischenwänden, Kellern oder auf dem Dachboden. Im Spätsommer und Herbst werden die Männchen jedoch geschlechtsreif und begeben sich aktiv auf die Suche nach Weibchen. Dabei verlassen sie ihre Verstecke und durchstreifen die Wohnräume. Gleichzeitig suchen aber auch Spinnen von draußen Schutz vor der aufkommenden Kälte und Feuchtigkeit, weshalb Ritzen, offene Fenster und Türspalten als willkommene Eingänge dienen.

2. Typische Spinnenarten im Haus: Winkelspinne, Zitterspinne & Co.

In Deutschland gibt es einige Arten, die als klassische 'Hausspinnen' gelten. Am bekanntesten und für viele am furchteinflößendsten ist die Große Winkelspinne (Tegenaria atrica). Mit einer Beinspannweite von bis zu 10 Zentimetern und ihrem haarigen, dunklen Körper wirkt sie bedrohlich, ist jedoch für Menschen harmlos. Eine weitere sehr häufige Art ist die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides). Sie zeichnet sich durch extrem lange, dünne Beine und einen zierlichen Körper aus und baut ihre lockeren Netze oft in den Zimmerecken. Weniger oft im Haus, aber an der Fassade häufig, ist die Gartenkreuzspinne, die gelegentlich durch offene Fenster gelangt. Alle diese heimischen Arten sind für den Menschen nicht gefährlich und nützlich, da sie Schädlinge wie Mücken und Fliegen fressen.

3. Die Nosferatu-Spinne: Ein neuer Einwanderer

Eine Spinne, die in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend für Schlagzeilen sorgt, ist die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana). Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, hat sie sich durch den Klimawandel auch bei uns ausgebreitet. Sie zeichnet sich durch eine auffällige Zeichnung auf dem Vorderkörper aus, die an die Filmfigur Nosferatu erinnert. Diese Spinne ist eine der wenigen Arten in Deutschland, die mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen kann. Ihr Biss wird meist mit einem leichten Bienen- oder Wespenstich verglichen und ist in der Regel harmlos, kann aber für Allergiker problematisch sein. Da sie keine Netze baut, sondern aktiv jagt, findet man sie oft frei an Wänden sitzend.

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4. Bewährte Hausmittel gegen Spinnen

Wer die nützlichen Tiere nicht töten, aber aus dem Wohnbereich fernhalten möchte, kann auf verschiedene Hausmittel zurückgreifen. Spinnen reagieren sehr empfindlich auf Gerüche. Bewährt hat sich der Einsatz von Lavendel, sei es als frisches Sträußchen, als Duftsäckchen oder in Form von ätherischem Öl, das auf Tür- und Fensterrahmen getropft wird. Auch der Geruch von Essig, Zitrone oder Pfefferminzöl wirkt abschreckend. Ein alter, oft empfohlener Trick ist das Auslegen von Kastanien oder Walnüssen in den Ecken und auf der Fensterbank. Ihr Duft soll Spinnen fernhalten, auch wenn die wissenschaftliche Wirksamkeit nicht abschließend geklärt ist. Ein Versuch lohnt sich dennoch.

5. Vorbeugung: So bleibt das Haus spinnenfrei

Die effektivste Methode, um Spinnen fernzuhalten, ist die Vorbeugung. Der wichtigste Schritt ist die Montage von engmaschigen Fliegengittern an Fenstern und Türen, besonders an den Kellerfenstern. Dichten Sie zudem Spalten an Türen, Fenstern und Rollladenkästen gut ab. Da Spinnen dorthin gehen, wo ihre Beute ist, hilft es auch, das Haus für andere Insekten unattraktiv zu machen: Außenbeleuchtung lockt Nachtfalter und Mücken an – und damit auch die Spinnen, die sie jagen. Schalten Sie das Licht daher nur bei Bedarf ein. Regelmäßiges Staubsaugen, besonders in schwer zugänglichen Ecken und hinter Möbeln, entfernt zudem vorhandene Spinnweben und Eikokons frühzeitig.

6. Wann ist professionelle Hilfe durch den Kammerjäger nötig?

In den allermeisten Fällen ist ein gelegentliches Auftreten von Spinnen im Haus ein rein ästhetisches Problem und erfordert keinen Schädlingsbekämpfer. Ein Kammerjäger sollte jedoch kontaktiert werden, wenn es sich um einen echten, massiven Befall handelt, der das Wohlbefinden stark beeinträchtigt, oder wenn sich unnatürlich viele Jungtiere (Nester) im Wohnbereich aufhalten. Auch bei Personen mit ausgeprägter Arachnophobie (Spinnenangst), für die der Alltag im eigenen Zuhause zur Qual wird, kann ein Profi mit gezielten, schonenden Bekämpfungsmaßnahmen und einer umfassenden Beratung zu präventiven Barrieren an der Hausfassade helfen. Führen Sie im Zweifel ein unverbindliches Beratungsgespräch.

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Häufige Fragen

Warum finde ich im Herbst plötzlich riesige Spinnen im Haus?
Im Herbst werden viele Spinnen, besonders die großen Winkelspinnen, geschlechtsreif. Die Männchen verlassen ihre Verstecke auf der Suche nach Weibchen zur Paarung. Zudem suchen einige Arten Schutz vor der aufkommenden Kälte.
Sind die großen, haarigen Spinnen (Winkelspinnen) gefährlich?
Nein, die in Deutschland heimische Große Winkelspinne sieht zwar sehr bedrohlich aus, ist aber für Menschen absolut harmlos. Ihre Beißwerkzeuge sind meist nicht stark genug, um die menschliche Haut zu durchdringen, und das Gift ist harmlos.
Wie fange ich eine Spinne am besten, ohne ihr wehzutun?
Die schonendste Methode ist der Glas-Trick: Stülpen Sie ein Glas über die Spinne und schieben Sie vorsichtig ein stabiles Stück Papier oder Pappe darunter. Dann können Sie das Tier unbeschadet nach draußen tragen.
Hilft der Kastanien-Trick wirklich gegen Spinnen?
Es ist ein weit verbreitetes Hausmittel, da Spinnen den Geruch der ätherischen Öle in den Kastanien meiden sollen. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, wird aber von vielen Haushalten als hilfreich beschrieben.
Was ist die Nosferatu-Spinne und muss ich Angst vor ihr haben?
Die Nosferatu-Spinne ist eine eingewanderte Art, die sich aktuell in Deutschland ausbreitet. Sie kann den Menschen beißen (ähnlich einem Wespenstich). Das ist schmerzhaft, aber für Nicht-Allergiker ungefährlich. Grund zur Panik besteht nicht.

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Spinnen im Haus im Herbst – Was hilft wirklich? | Renoth