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🐝Wespen

Wespenarten in Deutschland – Welche sind gefährlich?

In Deutschland summt und brummt es gewaltig: Es leben hierzulande sage und schreibe rund 630 verschiedene Wespenarten! Doch die gute Nachricht ist: Nur zwei dieser Arten fallen uns lästig und kommen an unseren Kaffeetisch. Wer die Arten unterscheiden kann, erspart sich viel Panik und unnötige Bekämpfungsmaßnahmen.

📅 Aktualisiert: April 2026✅ Geprüft von IHK-Sachkundigen
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Wespennest zur Bestimmung der Wespenart am Dach

1. Die zwei 'lästigen' Arten: Deutsche und Gemeine Wespe

Fast 100% aller Konflikte am Kuchenbuffet gehen auf das Konto von zwei Arten. Die 'Deutsche Wespe' (Vespula germanica) ist an drei charakteristischen schwarzen Punkten auf ihrer gelben Stirnplatte zu erkennen. Die 'Gemeine Wespe' (Vespula vulgaris) sieht ihr zum Verwechseln ähnlich, hat aber eine ankerförmige, schwarze Zeichnung auf der Stirn. Beide Arten haben eine Vorliebe für verdeckte, dunkle Nistplätze wie Rollladenkästen, Dachböden oder verlassene Mäuselöcher in der Erde. Ihre Völker werden riesig: Ein einziges Nest kann im Spätsommer 5.000 bis 7.000 Arbeiterinnen beherbergen. Beide Arten lieben Süßigkeiten und Fleisch und zögern bei Bedrohung nicht zuzustechen.

2. Die friedlichen Wespenarten: Sächsische und Gallische Feldwespe

Die weitaus meisten Wespen interessieren sich überhaupt nicht für unser Essen. Ein typisches Beispiel ist die Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica). Sie baut oft auffällige, frei hängende, graue Nester unter Dachvorsprüngen oder im Carport. Obwohl das Nest sehr präsent ist, sind die Tiere extrem friedlich, jagen ausschließlich Insekten (wie Mücken und Fliegen) und lassen unseren Kuchen in Ruhe. Ihre Völker sind mit maximal 300 Tieren zudem sehr klein. Auch die Gallische Feldwespe (Polistes dominula) ist harmlos. Man erkennt sie im Flug an ihren lang herabhängenden Hinterbeinen. Sie baut kleine, offene Waben ohne umhüllende Papierhülle, oft unter warmen Dachziegeln. Diese Arten stechen nur, wenn ihr Nest unmittelbar gequetscht oder zerstört wird.

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3. Hornissen: Die sanften Riesen unter besonderem Schutz

Die Hornisse (Vespa crabro) ist die größte heimische Wespenart und erreicht eine Körperlänge von bis zu 3,5 Zentimetern. Aufgrund ihrer Größe und ihres tiefen Brummens flößt sie vielen Menschen Respekt ein. Tatsächlich ist die Hornisse jedoch deutlich friedfertiger und scheuer als die Deutsche Wespe! Sie meidet menschliche Nahrung komplett und ist ein nützlicher Jäger: Ein Hornissenvolk vertilgt täglich bis zu 500 Gramm schädliche Insekten, darunter auch lästige Stechmücken und kleinere Wespen. Hornissen stehen in Deutschland unter besonderem Artenschutz. Ihr Nest darf nur mit einer speziellen Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt oder umgesiedelt werden. Hornissen fliegen zudem gerne nachts künstliche Lichtquellen an, weshalb Fliegengitter hier der beste Schutz sind.

4. Wann ist eine professionelle Entfernung nötig (und erlaubt)?

Das Bundesnaturschutzgesetz ist eindeutig: Keine Wespenart darf grundlos getötet und kein Nest mutwillig zerstört werden (§ 39 BNatSchG). Eine Entfernung ist nur dann zulässig, wenn eine konkrete Gefährdung vorliegt, beispielsweise weil sich das Nest direkt am Wohnungseingang befindet oder Allergiker im Haus leben. Bei den lästigen Arten (Deutsche und Gemeine Wespe) ist eine fachmännische Abtötung durch den Kammerjäger oft unumgänglich, da sie an schwer zugänglichen Stellen sitzen. Bei den friedlichen Arten (wie der Sächsischen Wespe) reicht oft Aufklärung: Da sie uns nicht belästigen und das Volk im Herbst ohnehin abstirbt, können die Nester in den meisten Fällen einfach hängen bleiben.

5. Prävention: So fördern Sie nützliche Insekten

Statt alle Wespen pauschal zu bekämpfen, kann es sinnvoll sein, die natürlichen Zusammenhänge zu nutzen. Wer Hornissen im Garten duldet, wird paradoxerweise deutlich weniger Probleme mit lästigen Kurzkopfwespen haben, da diese ganz oben auf dem Speiseplan der Hornissen stehen. Sie können das ökologische Gleichgewicht in Ihrem Garten fördern, indem Sie Totholzhecken anlegen, Insektenhotels aufstellen und heimische, nektarreiche Pflanzen setzen. Ein gesunder Garten zieht viele verschiedene Arten an, die sich gegenseitig in Schach halten. Wer die friedlichen Wespenarten erkennt und schützt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz und hat paradoxerweise am Kaffeetisch mehr Ruhe.

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Häufige Fragen

Wie erkenne ich schnell, ob es eine lästige oder eine friedliche Wespenart ist?
Die einfachste Faustregel: Sitzt die Wespe ungebeten auf Ihrem Kuchen oder an der Limonade? Dann ist es zu 99% eine Deutsche oder Gemeine Wespe. Alle anderen, friedlichen Arten interessieren sich schlichtweg nicht für menschliche Nahrung, sondern jagen Insekten.
Sind Hornissenstiche wirklich tödlich ('7 Stiche töten ein Pferd')?
Nein, das ist ein uralter und hartnäckiger Mythos. Das Gift der Hornisse ist sogar weniger toxisch als das der Honigbiene oder der normalen Wespe! Der Stich schmerzt durch den längeren Stachel zwar etwas mehr, ist für Nicht-Allergiker aber völlig ungefährlich.
Bedeutet ein sichtbares, großes graues Nest am Dach, dass ich in Gefahr bin?
Meistens genau das Gegenteil! Sichtbare, frei hängende Papiernester stammen fast immer von friedlichen Langkopfwespen (wie der Sächsischen Wespe). Diese Völker bleiben klein, interessieren sich nicht für Süßkram und sind gegenüber Menschen äußerst tolerant.
Was mache ich, wenn Hornissen nachts durchs Fenster fliegen?
Hornissen sind, im Gegensatz zu normalen Wespen, auch nachts aktiv und werden stark von künstlichem Licht (Lampen, Fernseher) angezogen. Das beste Gegenmittel sind fest installierte Fliegengitter. Ist eine Hornisse im Zimmer, Licht ausschalten und Fenster weit öffnen.
Darf ich ein Nest einer geschützten Art wie der Hornisse selbst umsiedeln?
Auf keinen Fall. Die Umsiedlung eines Hornissennestes erfordert immer eine behördliche Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde und darf nur von speziell geschulten Experten (Hornissenberater oder Kammerjäger mit Zusatzqualifikation) durchgeführt werden.

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