🐝Wespen
Wespennest erkennen – Arten, Größe & was tun?
Ein ständiges Summen im Garten oder Wespen, die gezielt einen Spalt am Haus anfliegen – das sind oft die ersten Anzeichen für ein Wespennest. Um richtig reagieren zu können, ist es wichtig, das Wespennest zu erkennen und die Wespenart zu bestimmen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.
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Ein ausgewachsenes Wespennest unter dem Dachüberstand.
1. Typische Standorte für Wespennester
Wespen suchen sich je nach Art unterschiedliche Nistplätze. Die lästige Deutsche und Gemeine Wespe nistet meist im Verborgenen (Dunkelhöhlenbrüter): in Rollladenkästen, auf Dachböden, in Wandhohlräumen oder verlassenen Mäuselöchern im Boden. Friedliche Arten wie die Sächsische Wespe bauen ihre Nester oft freihängend, etwa in Sträuchern oder unter Dachvorsprüngen.
2. Wie sieht ein Wespennest aus?
Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse, die die Wespen aus zerkautem Holz und Speichel herstellen. Die Farbe variiert je nach Wespenart und verwendetem Holz: Das Nest der Deutschen Wespe ist oft gräulich, das der Gemeinen Wespe eher hellbraun bis ockerfarben und zeigt ein muschelartiges Muster. Die Form ist oft rundlich oder tropfenförmig, kann sich aber in Hohlräumen der Umgebung anpassen.
3. Die Größe eines Wespennestes
Die Größe eines Nestes hängt von der Jahreszeit und der Art ab. Im Frühjahr beginnt die Königin mit einem Nest in der Größe eines Golfballs. Bis zum Hochsommer (August/September) kann ein Nest der Deutschen Wespe die Ausmaße eines Medizinballs annehmen und mehrere tausend Individuen beherbergen. Freihängende Nester bleiben meist deutlich kleiner.
4. Anzeichen für ein verdecktes Nest
Da Nester in Rollladenkästen oder im Boden nicht direkt sichtbar sind, müssen Sie auf das Verhalten der Tiere achten. Ein starker, gerichteter Flugverkehr (Ein- und Ausfliegen) an einer bestimmten Stelle am Haus oder im Rasen ist ein eindeutiges Zeichen. Oft hört man auch ein leises Brummen oder Knistern aus der Wand oder dem Kasten.
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5. Wespennest entdeckt – Was ist zu tun?
Bewahren Sie Ruhe. Verschließen Sie niemals das Einflugloch – die Wespen suchen sich sonst einen neuen Weg, schlimmstenfalls ins Innere Ihres Hauses. Halten Sie Abstand und erschüttern Sie das Nest nicht. Da alle Wespenarten unter Naturschutz stehen, dürfen Nester nur bei triftigem Grund (Gefahr für Allergiker, Kinder) von einem zertifizierten Kammerjäger entfernt oder umgesiedelt werden.
6. Prävention: So beugen Sie einem Befall vor
Damit Sie in Zukunft nicht erneut von diesem Problem betroffen sind, ist Prävention das A und O. Achten Sie darauf, Ritzen und Fugen am Gebäude, insbesondere an Fenstern und Türen, fachgerecht abzudichten. Lebensmittel sollten stets in luftdicht verschlossenen Behältern aus Glas oder hartem Kunststoff aufbewahrt werden. Mülltonnen im Außenbereich müssen stets gut verschlossen sein. Zudem hilft es, Müll regelmäßig zu entsorgen und keine Essensreste offen stehen zu lassen. Ein sauberes und aufgeräumtes Umfeld macht es Schädlingen deutlich schwerer, sich unbemerkt einzunisten. Darüber hinaus kann eine regelmäßige Kontrolle gefährdeter Bereiche, wie Kellerräume oder Dachböden, frühzeitig Aufschluss über einen möglichen Neubefall geben.
7. Kammerjäger-Kosten: Womit müssen Sie rechnen?
Die Kosten für eine professionelle Schädlingsbekämpfung können je nach Art des Schädlings, der Schwere des Befalls und der Größe der zu behandelnden Fläche variieren. Generell beginnen die Preise für eine Erstinspektion und eine Standardbehandlung bei etwa 150 bis 300 Euro. Bei hartnäckigen Befällen, die mehrere Behandlungen oder spezielle Ausrüstung (wie bei der thermischen Bekämpfung) erfordern, können die Kosten auch höher ausfallen. Ein seriöser Kammerjäger wird Ihnen jedoch immer vorab einen transparenten Kostenvoranschlag machen. Bedenken Sie: Die Investition in einen Profi lohnt sich immer, da unsachgemäße DIY-Versuche das Problem oft verschlimmern und letztendlich noch höhere Kosten für Reparaturen und Nachbehandlungen verursachen.
8. Wann muss der Profi gerufen werden?
Es gibt Situationen, in denen Hausmittel absolut nicht mehr ausreichen und Sie sofort einen professionellen Kammerjäger kontaktieren sollten. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich der Befall schnell ausbreitet, wenn Sie Nester oder große Mengen an Kot finden, oder wenn die Schädlinge gesundheitliche Gefahren (wie Allergien oder Krankheitsübertragung) mit sich bringen. Auch wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus leben, ist schnelles Handeln gefragt, um eine Ausbreitung auf andere Wohnungen zu verhindern. Zögern Sie nicht: Je früher der Profi eingreift, desto schneller, sicherer und oft auch kostengünstiger lässt sich das Problem dauerhaft lösen.
9. Mythen vs. Fakten
Es kursieren viele Mythen rund um die Schädlingsbekämpfung. Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Schädlinge nur in unsauberen Wohnungen vorkommen. Fakt ist: Auch blitzsaubere Haushalte können betroffen sein, da Schädlinge oft über Einkäufe, Pakete oder aus der Nachbarschaft eingeschleppt werden. Ein weiterer Mythos ist, dass Essig oder Ultraschallgeräte jedes Ungeziefer vertreiben. In der Realität zeigen diese Methoden oft keine oder nur eine sehr kurzfristige Wirkung. Verlassen Sie sich stattdessen auf erprobte und wissenschaftlich fundierte Methoden der professionellen Schädlingsbekämpfung, um das Problem nachhaltig an der Wurzel zu packen.
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Häufige Fragen
Darf ich ein Wespennest selbst entfernen?
Nein, das ist gesetzlich verboten. Wespen stehen unter dem allgemeinen Artenschutz (§ 39 BNatSchG). Eine unautorisierte Entfernung kann mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Zudem ist es ohne Schutzkleidung extrem gefährlich. Kontaktieren Sie immer einen professionellen Schädlingsbekämpfer.
Sterben die Wespen im Winter ab?
Ja, das Wespenvolk stirbt im Spätherbst (Oktober/November) komplett ab. Nur die begatteten Jungköniginnen suchen sich ein Winterquartier. Das verlassene Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen und kann im Winter gefahrlos entfernt werden.
Wann ist die beste Zeit, um ein Nest entfernen zu lassen?
Wenn eine Gefahr besteht, so früh wie möglich. Im Frühsommer ist das Nest noch klein und das Volk weniger aggressiv. Ein erfahrener Kammerjäger kann die Entfernung aber auch im Hochsommer sicher durchführen.
Übernehmen Versicherungen die Kosten für den Kammerjäger?
In der Regel übernehmen normale Hausratversicherungen keine Kosten für die Schädlingsbekämpfung. Es gibt jedoch spezielle Premium-Tarife oder Zusatzbausteine (z.B. 'Haus- und Wohnungsschutzbrief'), die diese Kosten bis zu einer bestimmten Grenze abdecken. Prüfen Sie am besten vorab Ihre Police.
Sind die eingesetzten Mittel gefährlich für Haustiere oder Kinder?
Ein zertifizierter Kammerjäger verwendet stets Mittel, die bei sachgemäßer Anwendung für Menschen und Haustiere ungefährlich sind. Oft wird mit modernen Fraßgelen oder Pheromonfallen gearbeitet, die keine schädlichen Dämpfe absondern. Dennoch sollten Sie die Anweisungen des Profis (z.B. temporäres Verlassen des Raumes) strikt befolgen.
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